Das Zoll im USCS

Die vom „United States Customary System“ (USCS) definierten Längeneinheiten – insbesondere foot und inch, also Fuß und Zoll – gehen anders als die Längeneinheiten des „Système international d’unités“ (SI, Internationales Einheitensystem) nicht durch reine Potenzprodukte auseinander hervor (SI: 1 km = 10^3 m, USCS: 1 foot = 1,2·10^1 inch).

Deshalb ergeben sich Längenangaben im USCS grundsätzlich aus einer Summe von Portionen in unterschiedlichen Einheiten (derselben Dimension). Beispielsweise bedeutet 4′ 3-1/4“ (oder 4′ 3“ 1/4) eine Länge, die sich aus 4 foot + 3 inches + ¼ inches zusammensetzt.

Eine Ausnahme ergibt sich durch die Definition von 1 mil als 10^-3 inch (= 2,54/100 mm). Gleichwohl werden auch Zollwerte mit drei Nachkommastellen gewohnheitsmäßig in Zoll- und Mil-Portionen aufgeteilt.

Das Zollmaß kann seinen Platz in der Welt der Elektronik nur deshalb wahren, weil der Fuß keine Rolle spielt und es deshalb keiner Umrechnung bedarf.

Seit dem 1. Juli 1959 gelten für die angloamerikanischen Längen- und Gewichtseinheiten vereinheitlichte Definitionen. Insbesondere wurde die hergebrachten Relationen zwischen Zoll und Meter (10.000 Zoll entsprechen ~393.700 Metern) umgedreht und 2,54*10^-2 Meter auf 1 Zoll bezogen.

Könnte sich die Generalkonferenz für Maß und Gewicht (vom französischen: Conférence Générale des Poids et Mesures; kurz: CGPM) dazu durchringen, den Meter auf ein Zoll zu schrumpfen, dann müsste man sich – um „metrisch“ zu arbeiten – nur noch abgewöhnen, ab 12 Zoll den Fuß mit ins Boot zu nehmen.

Im „Système international d’unités“ (SI, Internationales Einheitensystem) ist der Meter die Basiseinheit der Basisgröße Länge (weshalb das SI ein metrisches Einheitensystem darstellt). Die Einheit Meter wird in Kombination mit verschiedenen dezimalen Vielfachen (sog. „SI-Präfixen“) verwendet, z.B. mit 10^-3 als „Millimeter“ oder mit 10^3 als „Kilometer“.

Diese Konvention erlaubt es, Dimensionen des Mikro- wie des Makrokosmos mit einer einzigen Längeneinheit zu beschreiben.